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Zimmermann – Poesie eines endlosen Modesommers
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Zimmermann – Poesie eines endlosen Modesommers

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Die Geschichte von Zimmermann beginnt nicht in einem Atelier mit hohen Fenstern unweit der Seine. Sie beginnt in einer Garage am anderen Ende der Welt. Strand und Ozean sind um die Ecke. Paris, wo das australische High-Fashion-Label seit 2022 seine Kollektionen zeigt, so weit weg, dass allein der Gedanke an den europäischen Modezirkus wie eine Fatamorgana gewirkt haben muss.

Es sind die frühen 90er Jahre. In einem Vorort von Sydney näht Nicky Zimmermann ihre ersten Entwürfe. Stoffe werden zugeschnitten, gehäkelt, bestickt, wieder aufgetrennt und neu zusammengesetzt – mit jener Mischung aus Neugier, Geduld und handwerklicher Hingabe, die bis heute das Herz der Luxusmarke Zimmerman ausmacht. Am Wochenende verkaufte sie ihre Stücke auf den Paddington Markets, zwischen Kunsthandwerk, Schmuck und handgemachten Accessoires. Die Mode war feminin, verspielt, handnah – und sie traf einen Nerv, lange bevor Begriffe wie „New Boho“ oder „Craftcore“ die Laufstege eroberten. Von Anfang an war klar, dass Zimmermann mehr sein würde als ein kurzfristiger Trend.

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Nicky und Simone Zimmermann Foto: Zimmermann

Bereits 1991 stieg Nickys Schwester Simone ins Geschäft ein. Während Nicky entwarf, strukturierte Simone, organisierte, dachte unternehmerisch. Dieses Zusammenspiel aus Kreativität und Klarheit, aus Intuition und Disziplin, wurde zum Fundament eines Labels, das sich organisch entwickelte – ohne Hast, ohne Effekthascherei.

Foto: Zimmermann

Deutscher Faden im australischen Stoff

So sehr Zimmermann mit dem australischen Lebensgefühl verbunden ist, so tief reicht auch ein europäischer, genauer gesagt deutscher Faden durch die Geschichte der Schwestern. Ihre Großmutter wanderte Mitte der fünfziger Jahre aus Hamburg nach Australien aus, ein Schritt, der von Aufbruch und Neubeginn geprägt war. Diese biografische Erfahrung, die Idee, sich mit eigenen Händen eine Zukunft zu schaffen, ist bis heute spürbar. Nähen gehörte in der Familie zum Alltag. Die Großmutter, die Mutter Joan, später auch die legendäre Tante Herta: Sie alle fertigten Kleidung selbst an, passten sie an, veränderten sie. Wenn Nicky als Kind ein gekauftes Kleid bekam, trennte sie es nicht selten auf, um es neu zusammenzusetzen. Dieser Respekt vor dem Material, vor der Konstruktion eines Kleidungsstücks, verbindet Zimmermann mit einer sehr deutschen Vorstellung von Wertigkeit und Handwerk – und kontrastiert zugleich mit der scheinbaren Mühelosigkeit der Silhouetten.

Foto: Zimmermann

Zwischen Romantik und Hippie-Chic

Zimmermanns Design-DNA ist unverwechselbar. Die Kleider erzählen von Sonne und Wind, von Bewegung und Leichtigkeit. Volants und Rüschen scheinen nicht dekorativ, sondern organisch zu sein, als würden sie sich mit jeder Bewegung der Trägerin weiter entfalten. Transparente Seide, feine Spitze, Häkelarbeiten und detailreiche Prints verleihen den Kollektionen eine poetische Tiefe, ohne je ins Nostalgische abzurutschen. Der vielzitierte „Zimmermann-Look“ ist romantisch, aber nie süßlich, feminin, oder fragil. Er lebt von Kontrasten: Strukturierte Taillen treffen auf schwebende Röcke, sportliche Elemente wie Windjacken oder Denim werden mit zarten Stoffen kombiniert. Es ist eine Mode, die Freiheit suggeriert – die sich sowohl barfuß am Strand als auch bei einer Sommersoirée in der Stadt tragen lässt. Dass dabei immer wieder Anklänge an Vintage, Ethno oder Hippie-Chic auftauchen, ist kein Zitat, sondern ein Echo von Erinnerungen, Reisen und Lebensstilen.

Foto: Zimmermann

Wachsen ohne die Seele zu verlieren

Der Weg von den Märkten Sydneys zu internationalen Laufstegen verlief stetig, fast leise. Vielleicht gerade deshalb blieb Zimmermann lange ein Geheimtipp für Frauen, die Mode nicht als Statussymbol, sondern als Ausdruck ihrer Persönlichkeit verstehen. Heute ist die Marke weltweit präsent, mit eigenen Boutiquen in Metropolen wie New York, London, Mailand oder Paris – und inzwischen auch in Deutschland, wo die Eröffnung eines Stores in Münchens Maximilianstraße symbolisch für eine Art Rückkehr zu den europäischen Wurzeln steht. Trotz des Wachstums ist der Anspruch derselbe geblieben: Nähe zur Kundin. Eigene Stores spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie den unmittelbaren Dialog ermöglichen. Zimmermann ist keine Marke, die Distanz sucht. Vielmehr lebt sie von Loyalität – von Kundinnen, die vor Jahrzehnten ein erstes Kleid kauften und der Handschrift bis heute treu geblieben sind.

Foto: Zimmermann

Paris als Resonanzraum der Gegenwart

Spätestens mit den regelmäßigen Auftritten seit Herbst/Winter 2022 während der Paris Fashion Week hat sich Zimmermann endgültig im internationalen Modekanon verankert. Die Schauen sind keine lauten Spektakel, sondern sorgfältig komponierte Erzählungen. In den jüngsten Kollektionen zeigte sich die Marke selbstbewusst und zeitgemäß: fließende Seidendrucke mit maritimen Motiven, filigrane Häkeloberteile, bodenlange Volantkleider, dazu Basttaschen mit Fransen, Denim-Culottes und übergroße Jacken. Die Silhouetten wirkten entspannt, fast beiläufig – und genau darin lag ihre Stärke. Paris dient Zimmermann weniger als Ort der Anpassung, sondern als Resonanzraum. Hier wird die australische Leichtigkeit geschärft, urbaner, erwachsener interpretiert. Die Kollektionen wirken weniger saisonal, vielmehr wie Kapitel einer fortlaufenden Geschichte über Weiblichkeit, Freiheit und Handwerk.

Foto: Zimmermann

Stiefel und Plateaus spiegeln die Marken-DNA

Neben Apparel und Brillen gehören auch Stiefel, Plateaus und Sandalen zum Sortiment. Die Schuhkollektionen spiegeln konsequent die romantisch-bohemische Marken-DNA wider, entwickeln diese jedoch in Richtung moderner Statement-Silhouetten weiter.

Oft dominieren elegante, teils dramatische Designs im sogenannten „Dark Boho“-Stil. Besonders auffällig sind kniehohe Lederstiefel mit weichen, gerafften Schäften, sogenannten Slouchy Boots, Schnallen-Details und warmen Erdtönen. Die Modelle verbinden feminine Leichtigkeit mit einer leicht rebellischen Note und greifen gleichzeitig nostalgische Einflüsse der 2000er-Jahre auf. In den Sommerkollektionen prägen geflochtene Riemchensandalen, Plateauschuhe und High Heels mit floralen oder skulpturalen Applikationen das Bild. Auffällig ist der Trend zu kräftigen Plattformsohlen und Blockabsätzen, die Komfort mit einem starken modischen Statement verbinden sollen. Gleichzeitig bleiben natürliche Materialien, Flechtoptiken und warme Farbpaletten auch hier zentrale Elemente der Zimmerman-Couture. Die Mischung aus Bohème-Ästhetik, Eleganz und moderner Weiblichkeit wird konsequent in den Schuhdesigns weitergeführt.

Foto: Zimmermann

Neue Kapitel mit gleicher Handschrift

Mit dem Einstieg eines Investors begann für Zimmermann ein neues Kapitel. Internationale Expansion, insbesondere in Asien und im Nahen Osten, steht im Fokus. Doch anders als bei vielen anderen Marken blieb die kreative Kontrolle fest in den Händen der Gründerinnen. Nicky Zimmermann entwirft weiterhin, Simone steuert das Unternehmen – und genau diese Kontinuität verleiht der Marke Glaubwürdigkeit. Zimmermann ist heute größer, professioneller, globaler. Und doch wirkt die Mode nie anonym. Jedes Kleid trägt noch immer etwas von jener Garage in Sydney in sich, von der Lust am Selbermachen, vom Blick auf den pazifischen Ozean. Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis des Erfolgs: Zimmermann entwirft keine flüchtigen Trends, sondern zeitlose Sommer – immer wieder neu, immer wieder anders, und doch unverkennbar Zimmermann.

Besucht die offizielle Website für mehr Informationen: www.zimmermann.com

 

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Last Updated on May 12, 2026 by Editorial Team

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