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Kristallklar: Die Anziehungskraft transparenter Möbel
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Kristallklar: Die Anziehungskraft transparenter Möbel

Ghost armchair, by Cini Boeri for Fiam

Da ist eine Art ruhige Magie, die von transparenten Möbeln ausgeht. Glas und Polycarbonat, mit ihren changierenden Oberflächen und dem zarten Lichtspiel, erfüllen den Raum mit einem Anflug von Poesie.

In Vincent Van Duysens Optô-Kollektion für WonderGlass wird geschmolzenes Glas zu einer Leinwand für das Licht, voll von kreisförmigen Ausschnitten und klaren Röhren, die das Auge auf sich ziehen und zum Berühren einladen.

Der Stuhl „Ghost“ von Cini Boeri für Fiam ist unvergesslich – ein Sessel, ganz aus Glas gefertigt, sanft in Form und Ausstrahlung, der fast vollständig mit seiner Umgebung verschmilzt.

Mac Stopas Tisch „Coral Beach“ verwandelt geprägtes Glas in das Echo einer Küstenlinie, wiegend und fließend. Patricia Urquiolas „Shimmer“-Möbel fangen das Licht ein wie Öl auf Wasser, während Michael Anastassiades‘ Regalsystem „Kazimir“ säuregeätztes Glas nutzt, um den Raum in einer Atmosphäre stiller Anmut hervorzuheben.

Der „Bow“-Tisch von Massimo Castagna für Tonelli Design ist eher Skulptur als Möbelstück; sein ausladender Glasfuß fängt das Licht ein wie gefrorener Stoff.

Dann gibt es noch Jacopo Foggini für Edra: „A‘mare“, eine Liebeserklärung an das Meer, gefertigt aus transluzenten Polycarbonatstäben, und „Margherita“, ein wirbelndes, handgefertigtes Meisterwerk, das eher gewachsen als geformt wirkt.

Und schließlich interpretieren Philippe Starcks „Louis Ghost“ und der „Papyrus“ der Bouroullecs für Kartell die Eleganz vergangener Zeiten mit Kunststoff und Licht neu, sodass junge Klassiker entstehen, die sich frisch und charaktervoll anfühlen.

 

Optô-Kollektion: Glas mit Seele

Optô collection, by Vincent Van Duysen for Wonderglass, in fused glass. Photo Antonio Managò, courtesy of Wonderglass
Die Optô-Kollektion, von Vincent Van Duysen für WonderGlass, aus geschmolzenem Glas. Foto: Antonio Managò, z. V. g. von WonderGlass

Optô von Vincent Van Duysen verwandelt rohes Glas in etwas Emotionales. Der Name entstammt der alten griechischen Bezeichnung für „sehen“ – passend, denn die gesamte Kollektion dreht sich um Transparenz und Wahrnehmung. Tische und Paravents bestehen aus dicken, geschmolzenen Glasplatten mit weichen, runden Ausschnitten und sind durchzogen von filigranen Glasröhrchen. Das Licht fließt über sie wie Wasser. Das Ergebnis ist ruhig, aber niemals kalt: zwei Tische, ein geschwungener Paravent und das Gefühl von Offenheit, ohne den Raum zu entzweien.


 

Der Ghost-Sessel: Die unsichtbare Ikone

Ghost armchair, by Cini Boeri for Fiam
Ghost-Sessel von Cini Boeri für Fiam

Cini Boeris Ghost, erschaffen für Fiam im Jahr 1987, ist ein gläserner Sessel, der sich auf eigene Weise weich anfühlt. Großzügig in seiner Form und vollkommen transparent, strahlt er eine Intimität aus, die in den Bann zieht. Er fügt sich mühelos in jeden Raum ein und behauptet sich dennoch wie kaum ein anderes Objekt. 2022 gewann er den Compasso d’Oro und ist nun in den größten Museen wie dem MoMA zu sehen – und zeigt mehr als alles andere, wie Glas zu etwas Persönlichem werden kann.


 

Der Tisch Coral Beach: Glas in Bewegung

Coral Beach table, by Mac Stopa for Fiam
Der Tisch Coral Beach von Mac Stopa für Fiam

Mac Stopas Tisch Coral Beach fängt einen flüchtigen Moment ein – das Schimmern, wenn das Meer auf das Ufer trifft. Aus hochtemperiert geprägtem Glas gefertigt, scheint die Oberfläche sich zu kräuseln und zu bewegen. Skulptural und doch leicht – stark und doch gefühlvoll. Traditionelle Handwerkskunst trifft auf 3-D-Druck und bringt ein Ergebnis, das sich lebendig statt statisch anfühlt. Metallbeine erden den Tisch, ohne ihm die Show zu stehlen.


 

Shimmer: Der Tanz des Lichts

Shimmer coffee tables, by Patricia Urquiola for Glas Italia
Shimmer-Couchtische von Patricia Urquiola für Glas Italia

Shimmer, von Patricia Urquiola für Glas Italia, reflektiert nicht einfach nur das Licht – es verändert sich mit seinem Einfall. Hergestellt aus laminiertem, verklebtem Glas mit einer speziellen irisierenden Oberfläche, verändert jedes Stück mit dem Betrachtungswinkel und der Tageszeit seine Farbe. Rund, oval, rechteckig – jede Variante wirkt, als würde sie über dem Boden schweben. Unregelmäßigkeiten auf der Oberfläche sind keine Fehler, sondern Teil des Charmes – wie Pinselstriche in einem Gemälde.


 

Kazimir: Stille Geometrie

Kazimir, a collection of bookshelves by Michael Anastassiades for Glas Italia
Kazimir, eine Bücherregal-Kollektion von Michael Anastassiades für Glas Italia

Kazimir von Michael Anastassiades ist weniger ein Bücherregal als vielmehr eine stille architektonische Geste. Gefertigt aus säuregeätztem oder extraklarem Glas, besticht es durch seine sanfte und gedämpfte Oberfläche. Die Textur reduziert den Glanz und verleiht der Form ein nahezu samtiges Äußeres. Unsichtbare UV-Klebstoffe sorgen für Reinheit und Stabilität. Das Stück kann sowohl an der Wand als auch frei im Raum stehen – sogar kopfüber. Selbst leer erfüllt es einen Raum mit Präsenz.


 

Bow: Ein Tisch, der Licht einfängt

Bow table, by Massimo Castagna for Tonelli
Der Tisch Bow von Massimo Castagna für Tonelli

Bow von Massimo Castagna für Tonelli Design vereint scheinbar unmöglich zusammenpassende Eigenschaften von Glas: Es fühlt sich gleichzeitig schwer und leicht an. Die Tischplatte präsentiert sich in klarem, festem, rauchigem oder bronzefarbenem Glas – aber es ist der Sockel, der einen in den Bann zieht: Dicke Platten aus geschmolzenem Glas mit tiefen Texturen, die Licht wie ein Prisma biegen. Stahlelemente und sichtbare Verbindungsstücke fügen sich zu einem Teil des Gesamtbilds. Mutig, selbstbewusst und gemacht, um gesehen zu werden.


 

A’mare: Fließende Möbel

A’Mare collection, by Jacopo Foggini for Edra. Photo Alessandro Moggi, courtesy of Edra
A’mare-Kollektion von Jacopo Foggini für Edra. Foto: Alessandro Moggi, zVg von Edra

Die Möbel der A’mare-Kollektion von Jacopo Foggini scheinen zu fließen. Inspiriert vom Meer und versehen mit einem cleveren Wortspiel – „lieben“ und „Meer“ – umfasst die Linie Stühle, Tische, Liegen und Bänke. Jedes Stück besteht aus transluzenten Polycarbonatstäben, die in fragil wirkender Weise miteinander verschraubt sind – ohne zerbrechlich zu sein. Sie strahlen Weichheit aus, ein Glimmen und eine gewisse Bewegung, selbst im Stillstand.


 

Margherita: Ein Stuhl mit Herzschlag

Margherita Collection, by Jacopo Foggini for Edra
Margherita-Kollektion von Jacopo Foggini für Edra. Foto zVg von Edra

Margherita, ebenfalls von Jacopo Foggini, ist handgefertigt – und das kannst du in jeder Kurve fühlen. Wirbelnde Stränge aus transparentem Polycarbonat fangen das Licht ein wie gesponnene Zuckerspiralen. Die hohe Rückenlehne schmiegt sich an deinen Körper, ruhend auf einem Drehfuß aus gebürstetem Stahl – wahlweise in Gold, Palladium oder Ruthenium. Jeder Stuhl ist ein Unikat, eine skulpturale Präsenz; immer im richtigen Maß geheimnisvoll genug, um den Blick des Betrachters zu fesseln.


 

Louis Ghost: Ein neu geborener Klassiker

Louis Ghost, di Philippe Starck per Kartell
Louis Ghost von Philippe Starck für Kartell

Starcks Louis Ghost, entworfen für Kartell im Jahr 2002, ist ein Spiel der Kontraste: Alte Formen wandeln sich zu neuen, zarten Designs mit robuster Performance. Das klare Polycarbonat verleiht Leichtigkeit und ist gleichzeitig stark, stapelbar und wetterfest. Inspiriert vom Stil Louis XV., aber auf das Wesentliche reduziert, passt er in jedes Ambiente – von prunkvoll bis minimalistisch – und wirkt stets modern.


 

Papyrus: Die neue Tradition

Sedia Papyrus, di Rona e Erwan Bouroullec per Kartell Transparent furniture
Papyrus-Stuhl von Ronan und Erwan Bouroullec für Kartell

Papyrus, von Ronan und Erwan Bouroullec für Kartell, lässt den klassischen Flechtstuhl in einer schlankeren und poetischeren Form neu aufleben. Gefertigt aus transparentem oder getöntem Polycarbonat, kommt er mit weichen Armlehnen und einer geschwungenen Rückenlehne daher, welche von feinen vertikalen Linien durchzogen ist. Die Textur erinnert an Rattan, aber bleibt klar und modern. Stapelbar, wasserfest und zum Überdauern erbaut, verleiht er jeder Umgebung eine leichte Note.

 

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Last Updated on January 28, 2026 by Editorial Team

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