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180 Jahre Glashütter Uhrengeschichte – 180 Jahre herausragende deutsche Handwerkskunst
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180 Jahre Glashütter Uhrengeschichte – 180 Jahre herausragende deutsche Handwerkskunst

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Wie erfolgreich kann es wohl sein, im 19. Jahrhundert, in einem ruhigen Tal im Erzgebirge, die Produktion von Uhren zu starten? Man mag mit Recht annehmen, dass Vorstöße wie dieser eher wenig vielversprechend verlaufen würden – doch weit gefehlt. 2025 blicken wir auf 180 Jahre Uhrmacherkunst in Glashütte zurück und damit auf eine atemberaubende, beeindruckende und einzigartige Geschichte. Entdecke mit uns das herausragende Vermächtnis von Glashütte Original.

Vorab ein paar Worte über das Unternehmen von heute: Glashütte Original ist ein echter Luxusuhrenhersteller, der sowohl beim Design als auch bei der Fertigung ein Maß an Detailtreue an den Tag legt, das nur wenige Manufakturen heute überhaupt anstreben. Die aktuellen Kollektionen umfassen unübertroffene Klassiker wie den Senator Chronometer mit seinem Zero-Reset-Mechanismus und Minutenrastung. Aber ebenso die Pano-Kollektion mit ihrer speziellen, wunderschön zu lesenden, eingeebneten Panorama-Datumsanzeige, die Sixties- und Seventies-Kollektionen als Tribut an zwei besonders bewegte Jahrzehnte in der Geschichte des Unternehmens sowie die SeaQ mit ihrem ganz eigenen Ansatz, herausragende Leistung mit zeitloser Schönheit zu verbinden.

Glashütte im Jahr 1855 – schon damals pulsierte hier die Leidenschaft für Uhrmacherkunst. Foto: Glashütte Original

Heute kann man Glashütte Originals einzigartige Hingabe und Liebe zum Detail u.a. darin entdecken, wie das Unternehmen selbst solche Aufgaben übernimmt, die nur wenige Manufakturen selbst erledigen: Beispielsweise das individuelle Bläuen der Schrauben, die Handgravur der Unruhbrücken und sogar die eigene Zifferblattproduktion, die sich direkt neben der Manufaktur in Glashütte befindet. Die Liste der erstaunlichen Leistungen von Glashütte Original und seinen Zeitmessern ließe sich endlos fortsetzen – aber da dies kein Artikel über einen Manufakturbesuch sein soll, kehren wir zurück zu dem, wo und wie alles begann.

„Vor 180 Jahren begann eine große Vision im kleinen Maßstab“, erinnert Glashütte Original. 1845 war Ferdinand Adolph Lange mit der Gründung seiner Firma im deutschen Glashütte der erste Uhrenproduzent weltweit, der das metrische System einführte. Bis dahin verwendeten Uhrmacher in Kontinentaleuropa üblicherweise die Pariser Linie, die etwa 2,26 Millimetern entspricht. Tatsächlich geben Uhrmacher auch heute teilweise noch den Durchmesser ihrer Werke in in Linien oder „lignes“an.

Die Uhrmacherschule im Jahr 1880 – bereits damals eine beeindruckende Institution. Foto: Glashütte Original

Obwohl es für uns vielleicht unglaublich klingt, verließen sich die Uhrmacher früher nicht auf die Zehner-, sondern auf die Zwölferteilung. Das führte zu Ungenauigkeiten und Inkonsistenzen, welche den großen Erfolg von Komponenten und ganzen Uhrwerken behinderten.

”Fun Fact”: Nur circa drei Jahrzehnte, nachdem Glashütte das metrische Systembereits verwendete, wurde es in Deutschland verbindlich; ein Beweis dafür, dass die Uhrmacherkunst schon immer eine Hightech-Branche an der Spitze dessen war, was wir Menschen anstreben und erreichen können. Der Wunsch nach äußerster Präzision brachte Ferdinand Adolph Lange und die Uhrmacher in dem kleinen Tal dazu, spezialisierte Messinstrumente, wie das sogenannte “Mikrometer” zu entwickeln mit dem Ziel größtmöglicher Leistung und kleinstmöglicher Toleranzbereiche.

Etwa ein Jahrhundert später wurde die von Ferdinand Adolph Lange gegründete Uhrenmanufaktur Teil der VEB Glashütter Uhrenbetriebe. Heute ist die Glashütter Uhrenbetrieb GmbH – beziehungsweise Glashütte Original – die offizielle Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Staatsunternehmens. Ihre Vision bleibt bis heute das Erreichen höchster Präzision – doch wir möchten nicht vorgreifen.

Jahrhundertelang lebte die größere Region um Glashütte (etwa 30 Kilometer von Dresden entfernt) hauptsächlich vom Bergbau im Erzgebirge. Mit dem allmählichen Erliegen des Bergbaus eröffnete sich das Strohflechten als notdürftiger und oft einziger Einkommenszweig – ein Beruf, der viel Fingerfertigkeit und Detailarbeit erforderte; gewissermaßen eine Parallele zur Uhrmacherei, nicht wahr? Leider war die Existenz der lokalen Bevölkerung mit dem Schwinden der Silbererz-Vorkommen stark bedroht.

Und um 1900. Heute beherbergt dieses Gebäude das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte – parallel zur Ausbildung angehender Uhrmacher. Foto: Glashütte Original

Das Königreich Sachsen musste eine neue Perspektive für die Region finden, was schließlich gelang: Es entschloss sich bewusst für die Uhrmacherei als neue Branche, die die lokale Wirtschaft wieder aufleben lassen sollte. Obgleich die Regierung nicht den Bau von Fabriken förderte, unterstützte sie die Ausbildung von Uhrmachern, was den Grundstein für eine Industrie legte, die sich später auf fundierte Expertise und deren Weitergabe konzentrierte. Die Weitergabe dieses Fachwissens war möglich, denn Glashütte ist eine Fundgrube an unglaublichem Uhrmacher-Wissen, von der Entwicklung der Uhrwerke und dem Design der Komponenten bis zu deren Montage, Feinabstimmung und Prüfung. Aber auch hier greifen wir schon wieder vor.

In nur wenigen Jahren – wir sprechen von den 1870ern – stieg Glashütte von der einst florierenden Bergbaustadt auf zu einem international anerkannten Akteur in der Herstellung hochpräziser Uhren. Das war nicht die Arbeit eines Einzelnen oder gar einer Firma, sondern die gemeinsame Anstrengung großer Visionäre, die sich gegenseitig unterstützten und enge Freundschaften pflegten.

Lange bevor Referenzzeiten per Morsecode übertragen wurden, nutzten Uhrmacher bereits eine hochpräzise Referenzuhr, um die Ganggenauigkeit ihrer neuen Zeitmesser zu prüfen. Hier zu sehen: eine sogenannte „Regulatoruhr“ aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Foto: Glashütte Original

Ihr größtes Vermächtnis? Die Deutsche Uhrmacherschule Glashütte. Am 1. Mai 1878 begannen die ersten 16 Schüler ihre Uhrmacherausbildung in zwei Räumen des Glashütter Gemeindeschulgebäudes. Eine kleine Stadt, die von Uhrenherstellern fast überquoll, hatte noch einen langen Weg vor sich – doch die Dynamik nahm zu. 1881 eröffnete ein Schulgebäude mit Platz für 60 bis 80 Studenten seine Tore und katapultierte Glashüttes Entwicklung zu einem ernstzunehmenden Uhrenproduzenten nach vorn. 1921, 40 Jahre später, wurde das Gebäude noch erweitert, erhielt einen eigenen Park und einen „monumentalen Brunnen“.

Einen Abschluss an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte zu erhalten, wurde zur großen Ehre und zu einem weithin anerkannten Qualitätsprädikat. Man kann sich vorstellen, welche Auszeichnung es war, an der Schule unterrichten und lektorieren zu dürfen.

Wie es sich für die besten Universitäten und Schulen ziemt, förderte auch die Glashütter Schule Innovationen, natürlich mit dem Fokus auf die Herstellung immer besserer Zeitmesser. Im frühen 20. Jahrhundert nahm Alfred Helwig, Meister-Uhrmacher und Lehrer an der Schule, die Herausforderung an, eine der anspruchsvollsten Komplikationen der Uhrmacherkunst zu verbessern: das Tourbillon. 1920 gelang es ihm, das Tourbillon nicht von beiden, sondern nur von einer Seite zu montieren, womit es von der oberen Brücke befreit werden konnte, welche bis dahin die Sicht versperrt und die Uhr dicker gemacht hatte. Seine Studenten assistierten ihm dabei, die ersten Uhrwerke dieser Art herzustellen, und das sogenannte „fliegende Tourbillon“ wurde eine von Glashüttes berühmtesten Erfindungen.

Uhrmacherlehrlinge zu Beginn des 20. Jahrhunderts… Foto: Glashütte Original

Weit über die Forschung an der Schule hinaus war Glashüttes Besessenheit von Präzision allgegenwärtig; jeden Samstag wurde das Schulgebäude die Arena eines speziellen Rituals: Von 8:00 Uhr bis 8:10 Uhr sendete die Berliner Sternwarte über eine der ersten Morseleitungen im Erzgebirge ein Zeitsignal nach Glashütte. Mithilfe einer sogenannten Koinzidenz-Uhr konnte die Zeit auf die nächste Zehntelsekunde genau überprüft werden. Alfred Helwig resümierte: „Dieses Abnehmen des Zeitsignals war ein fast zeremonieller Akt, begleitet von größter Stille im ganzen Gebäude, sodass die Übereinstimmung der Schläge deutlich zu hören war. Der Direktor und die Lehrer waren anwesend und jedes Mal wurden einige Schüler hineingerufen, damit sie sich nach und nach mit dem Empfang des Zeitsignals vertraut machen konnten.“

Doch warum so viel Aufmerksamkeit für ein Zeitsignal? Die besten Uhrmacher sind besessen von Genauigkeit – so, wie es sich gehört – und benötigen daher eine Referenzuhr. Die von ihnen gefertigte und gewartete Referenzuhr nutzen sie, um die Genauigkeit der Uhrwerke und Uhren abzugleichen, die sie herstellen. Die Regulierung bezeichnet bei den Uhrmachern die Feinabstimmung eines Uhrwerks auf das bestmögliche Ergebnis. Dieser Vorgang muss bei jeder hochwertigen Uhr individuell erfolgen, da sich die verschiedenen für die Ganggenauigkeit verantwortlichen Komponenten aufgrund ihrer Fertigung, Legierung und sogar der Art und Weise, wie sie montiert und geölt werden, geringfügig unterscheiden. Keine zwei Uhrwerke sind gleich.

…deren handwerkliches Können und Fachwissen bis heute weiterleben. Foto: Glashütte Original

Die Regulierer der Uhrenmanufakturen verfolgen die „Kunst des Regulierens“, um die geringsten Unterschiede zu erkennen. Es braucht immense Hingabe und einen reichen Erfahrungsschatz, um das Regulierorgan so einzustellen, dass es Spitzenleistungen erzielt. Die stolzen Uhrmacher in Glashütte sind seit jeher für ihr Streben nach Exzellenz bekannt – wie das samstägliche Schulritual beweist.

Die Grenzen zu sprengen, blieb durch alle historischen Kapitel hinweg ein Merkmal der Glashütter Uhrmacherkunst – so sehr, dass die regionale Uhrenindustrie unter dem Druck seines Strebens fast zusammenbrach. Im frühen 20. Jahrhundert eröffnete sich für Glashütte eine neue Dimension – obwohl es für die Leistungsfähigkeit und Schönheit seiner Taschenuhren bereits berühmt geworden war. Was nun kam, war die Armbanduhr. Die Uhrmacher waren von der extremen Inflation und einem Exporteinbruch infolge des Ersten Weltkriegs hart getroffen. Die Weltwirtschaftskrise an der Wende der 1920er- und 1930er-Jahre verschärfte die Lage. Was schließlich der Untergang zu sein drohte, war eine entscheidende Marktentwicklung, die Glashütte fast verpasst hätte.

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Die Spezimatic von 1969 diente als Inspiration für die moderne und äußerst erfolgreiche SeaQ-Linie von Glashütte Original, die auch heute erhältlich ist. Foto: Glashütte Original

Bis dahin waren Armbanduhren entweder als „Armbänder“ (also ausschließlich von Frauen getragener Schmuck) oder in geringer Zahl für den Militäreinsatz oder wissenschaftliche Expeditionen hergestellt worden. Doch der Wandel war unausweichlich und um 1930 erreichte die Anzahl der in Deutschland verkauften Armbanduhren erstmals jene der Taschenuhren. Bis 1934 wuchs der Anteil der Armbanduhren auf 65 Prozent, wie Marktanalysen aus der Zeit zeigen.

Mit dem tief verwurzelten Respekt für sein Handwerk und seine Produkte, tat Glashütte diese Entwicklung weitgehend als kurzweiligen Modetrend ab und stand den Armbanduhren mit Skepsis gegenüber.Verständlicherweise: Die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der damals weit verbreiteten Armbanduhrwerke entsprach nicht den Standards, nach denen die Glashütter Unternehmen Taschenuhren herstellten. Doch diese Argumentation hielt dem Test der Zeit nicht stand und schließlich scheiterten einige an der Konsequenz ihrer eigenen Standards – die Deutsche Präzisions-Uhren-Fabrik Glashütte, Deutschlands größte Produktionsgenossenschaft seiner Zeit, meldete 1926 Insolvenz an. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die Zurückhaltung der Uhrmacher Glashüttes, sich an die Neuerungen anzupassen, sich gegen sie wenden würde.

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Seit 1845 treibt Glashütte die Grenzen der Fertigungstechnologien immer weiter – hier zu sehen: eine komplexe Werkstatt um die Jahrhundertwende. Foto: Glashütte Original

Wie so oft gründeten sich zwei Schwesterunternehmen aus der Insolvenzmasse, welche von Anfang an eine große Vision verfolgten. UROFA (Uhren Rohwerke Fabrik AG) und UFAG (Uhrenfabrik AG Glashütte) waren die ersten Unternehmen in Glashütte, die sich auf die Produktion von Armbanduhren konzentrierten. Der ernannte Geschäftsführer, Dr. Ernst Kurtz, war sich des enormen Wettbewerbsvorteils bewusst. Er erkannte, dass er die Uhrenproduktion in Glashütte vollständig neu erfinden musste, um das ambitionierte Projekt zum Erfolg zu führen. Neben der Modernisierung aller Firmenstrukturen legte Dr. Ernst Kurtz großen Wert auf die Ausbildung der nächsten Generation und forderte sogar jeden Lehrling auf, während seiner Ausbildung ein Musikinstrument zu erlernen – was die meisten mit Freude und Begeisterung taten.

Um in die Welt der Armbanduhren einzutreten, benötigte Glashütte ein bewährtes und wettbewerbsfähiges Uhrwerk, was mit dem Kaliber 58 gelang. Das Kaliber 58 markierte in zweierlei Hinsicht einen Durchbruch für das Unternehmen. Bei der Entwicklung des Uhrwerks priorisierten die Designer ein großes Federhaus und eine große Unruh – Ersteres lieferte Drehmoment über eine lange Gangreserve, Letzteres sorgte für eine zuverlässige Zeitmessung.

Ein bewährtes Prinzip aus der Herstellung von Taschenuhren, welches UROFA in ein Miniaturformat übertrug. Sogar ein indirekter Antrieb für den Sekundenzeiger wurde entwickelt, der einen noch kompakteren Aufbau des Uhrwerks ermöglichte.

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Elegant und feminin: Ausschnitt aus einem Katalog-Fotoshooting der 1960er-Jahre. Foto: Deutsches Uhrenmuseum Glashütte

Weit davon entfernt, lediglich ein „Uhrmacher für Uhrmacher“ zu sein, zeigte Dr. Ernst Kurtz einen Geniestreich auf, indem er das Kaliber 58 unter dem Namen „Raumnutzwerk“ vermarktete. Die großangelegte Kampagne betonte das clevere Design des kompakten Uhrwerks mit den Maßen 20 × 28 Millimeter sowie einer Höhe von vier Millimetern und verglich seine Leistung mit der von Taschenuhren. Die Strategie traf den Nerv der Zeit und machte das Kaliber 58 zu einem Verkaufsschlager. UFAG montierte einige der Uhrwerke zu vollständigen Uhren und prägte den Zifferblättern ein „G“ für „Glashütte“ auf.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde UROFA die Entwicklung eines Chronographen anvertraut, der speziell auf die Bedürfnisse von Piloten zugeschnitten sein sollte. Diese Zeitmesser waren so robust und leistungsstark, dass sie einen besonderen Namen erhielten: Basierend auf dem lateinischen Begriff „tutus“, was „sicher“ oder „geschützt“ bedeutet, verlieh UFAG diesen Uhren den Namen „Tutima“.

In Glashütte endete der Zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 mit einem Bombenangriff der sowjetischen Luftwaffe. Infolgedessen wurde die Uhrenindustrie in der teilweise zerstörten Stadt schwer getroffen. Die Mitarbeiter der Uhrenfirmen retteten, was sie konnten, während die leitenden Angestellten fertige Uhren in ihren Häusern versteckten, um sie vor den Plünderungen der Roten Armee zu retten. Ihre größten Ängste wurden wahr, als die Sowjets mit der Besetzung im Jahr 1945 die Demontage der Glashütter Uhrenindustrie anordneten.

„Sie haben alles mitgenommen… alle Maschinen, jeden Schraubendreher, jeden Bauplan, jede Zeichnung, die Werkbänke, einfach alles“, erinnert sich ein Zeitzeuge und früherer Angestellter von UROFA – dem damals größten Uhrenproduzenten in Glashütte. Maschinen, Werkzeuge und auch die verbliebenen Produktionsbestände des Unternehmens wurden in Holzkisten verpackt und mit 32 Lastkraftwagen mit je zehn Tonnen Nutzlast abtransportiert.

Ein Jahrhundert an Know-how und Leidenschaft wurde verpackt und nicht nur aus Glashütte, sondern aus dem ganzen Land entfernt. Dank des Engagements der Menschen in Glashütte ist heute alles wieder in Betrieb – besser als je zuvor. Foto: Glashütte Original

Die Menschen in Glashütte standen vor dem Nichts. 300 Tonnen an Uhrmacherleidenschaft, Erfindungsreichtum und Arbeit – weg. Auf eigene Faust begannen sie, das Equipment herzustellen, welches sie für die Wiederaufnahme der Arbeit benötigten. Es stellte sich als Glückstreffer heraus, dass die Sowjets die Gussformen für einige Maschinen zurückgelassen hatten. Mit diesen konnte eine nahegelegene Eisengießerei komplizierte Geräte wie Dreh- und Fräsmaschinen von Grund auf neu herstellen. Einige andere Ausrüstungen konnten die Werkzeugmacher Glashüttes aus dem Gedächtnis heraus neu produzieren. Angetrieben von einem starken Gemeinschaftsgefühl, einigten sich die Unternehmen darauf, sich die dringend benötigten Maschinen gegenseitig zu leihen.

Nur wenige Monate nach Ende des Krieges konnten wieder kleine Mengen an Uhren zusammengesetzt werden, für die noch Restbestände an Komponenten vorhanden waren. Fünf Monate nach Deutschlands Kapitulation wurde unter Helmut Keller, einem der führenden UROFA‑Ingenieure, ein neues Uhrwerk namens Kaliber 61 entwickelt. Eine raffinierte Arbeit, deren Produktion in rentablen Mengen jedoch durch die weitverbreitete Knappheit extrem erschwert war.

Im Jahr 1950 präsentierte die neu gegründete Deutsche Demokratische Republik ihren Fünfjahresplan, welcher die Ressourcenverteilung und Produktionsziele für ihr gesamtes Wirtschaftsgebiet vorschrieb. Privatunternehmen wurden gegenüber staatlichen Unternehmen bewusst stark benachteiligt. Aufgrund der berechtigten Bedenken hinsichtlich eines eklatanten Versorgungsengpasses und der Gefahr einer Abberufung von Arbeitskräften beantragten die UROFA und die UFAG die Verstaatlichung.

Ihre Fusion ließ den VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) entstehen, welcher die nächsten vier Jahrzehnte eine Monopolstellung als einziger Uhrenhersteller in Glashütte innehaben sollte.

Die Bandbreite der Produkte, welche der VEB Glashütter Uhrenbetriebe während dieser Zeit anbieten konnte, wich in mehrfacher Hinsicht von der Norm ab: Zwischen 1951 und 1991 entwickelte die Firma vier neue Uhrwerke mit automatischem Aufzug. Kaliber 74, welches zum Herzen der 1964 vorgestellten Spezimatic wurde, war ein durchschlagender Erfolg. Mit einem Durchmesser von 28 mm und einer Höhe von 5,05 mm passte es sich dem internationalen Trend schlankerer Uhrengehäuse an. Bis heute gilt die Spezimatic als die erfolgreichste Uhr, die je in Glashütte produziert wurde. Sie war in einem Dutzend verschiedener Farben erhältlich und – noch ungewöhnlicher für die sozialistische DDR – als Version mit einem Gehäuse aus Massivgold. Ihr größter Wert liegt heute jedoch in der emotionalen Bindung, die viele Besitzer zu dem Stück haben.

 

Die neue PanoMaticLunar Anniversary Edition zeigt, wie zeitlos moderne Uhrmacherkunst aussehen kann. Ein atemberaubendes, blaues Aventuringlas-Zifferblatt ergänzt den tiefen Glanz eines Platingehäuses – und macht die PanoMaticLunar Anniversary Edition sowohl innen als auch außen zu einem würdigen Highlight des 180-jährigen Jubiläums. Foto: Glashütte Original

Zu jener Zeit war die Spezimatic ein beliebtes Geschenk zu besonderen Anlässen und diente manchmal sogar als Ersatz für ein Paar Eheringe. Wegen dieser Geschichten und Erfahrungen erinnert sich eine gesamte Generation an die Spezimatic – und von der nächsten wird sie noch immer geschätzt.

1978 wurde die Spezichron im sogenannten TV-Gehäuse geboren, ein ikonischer Fan-Favorit, der heute in der treffend benannten Seventies-Kollektion von Glashütte Original weiterlebt – natürlich mit unvergleichlich überlegener Ausführung, Darbietung und Raffinesse. Angesichts der Schwierigkeiten der DDR mit lieferbaren Komponenten, Maschinen und der allgemeinen Wirtschaftsleistung, gründete der VEB Glashütter Uhrenbetriebe eine eigene „Abteilung Sondermaschinenbau“, welche bis heute eine erweiterte Fertigungstiefe ermöglicht. Mit anderen Worten: Die Uhrenproduktion in Glashütte wurde noch unabhängiger und eigenständiger.

 

Ein automatischer Aufzugsmechanismus mit einem Rotor aus 21-karätigem Gold sorgt für die beeindruckende Gangreserve von 100 Stunden der PanoMaticLunar Anniversary Edition. Foto: Glashütte Original

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde der VEB Glashütter Uhrenbetriebe am 16. Oktober 1990 als Glashütter Uhrenbetrieb GmbH ins Handelsregister eingetragen. Nach der Privatisierung im Jahr 1994 nutzte das Unternehmen den Markennamen Glashütte Original als klares Bekenntnis zu seinen Wurzeln und als Ausdruck seiner besonderen historischen Stellung. Es führte die große Uhrmacher-Tradition seiner Heimatstadt unter dem Namen Glashütte Original fort und setzte damit ein Zeichen der Kontinuität: Die Marke schöpft ihr Selbstverständnis nicht nur aus der Blütezeit der Uhrmacherkunst im 19. Jahrhundert, sondern bekennt sich auch stolz zu ihrem uhrmacherischen Erbe aus dem 20. Jahrhundert, das von großen Krisen und Einschnitten geprägt war.

Heute trägt Glashütte Original stolz sein 180-jähriges Erbe, geformt von genialen Erfindern, ergebenen Studenten, einfallsreichen Handwerkern und einer Stadt, die seit bald zwei Jahrhunderten danach strebt, die besten Uhren der Welt zu fertigen.

Wenn du heute das neueste Stück Glashütter Uhrmacherkunst am Handgelenk tragen willst – und zwar in edelster und luxuriösester Ausführung –, dann ist die neue PanoMaticLunar Jubiläumsedition genau das Richtige für dich. Gefertigt aus dem wohl edelsten aller Edelmetalle, präsentiert sich jedes einzelne der 180 limitierten Modelle in massivem Platin. Der unvergleichliche Glanz, der besondere Farbton und das charakteristische Gewicht machen diese Ikone von Glashütte Original wahrhaft zu einer Hommage an dieses bedeutende Jubiläum. Ein glitzerndes Zifferblatt in blauem Aventurin wird mit jeder kleinsten Bewegung des Handgelenks zum Leben erweckt; ebenso das handgefertigte und handgravierte Kaliber 92–14 mit seinem Automatikaufzug – wofür das „Matic“ in PanoMaticLunar steht.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Website von Glashütte Original.

Weitere Inspirationen findest du in unserem Bereich „Uhren“.

Last Updated on Oktober 16, 2025 by Editorial Team

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