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Wie Issey Miyake Homme Plissé die Falte zum lebendigen Detail der Luxusmode macht
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Wie Issey Miyake Homme Plissé die Falte zum lebendigen Detail der Luxusmode macht

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Die Mode ist oft wie ein flüchtiges Versprechen – getrieben von Saisons, Silhouetten und Schlagzeilen. Doch dann gibt es jene seltenen Namen, die nicht nur Kollektionen entwerfen und Marken prägen, sondern eine ganze Haltung gestalten. Der 2022 verstorbene japanische Designer Issey Miyake war einer davon. Seine Designs, seine Philosophie, sein Lebenswerk: eine Synthese aus Handwerk und Hightech, aus Tradition und Zukunft.

HOMME PLISSÉ ISSEY MIYAKE

In seiner 2013 lancierten Menswear-Linie lebt diese Vision weiter – nicht als Retro-Echo, sondern als leise Revolution. Miyakes vom Kimono inspirierte Philosophie „eines Stücks Stoff“, einer Kleidung als Ausdruck von Freiheit und Struktur wirkt bei den Plissé-Kreationen geradezu greifbar. Davon konnte man sich auch schon bei der Pitti Uomo in Florenz überzeugen, wo Homme Plissé als Ehrengast ein Defilee samt Ausstellung in der prachtvollen Kulisse der Villa Medicea della Petraia präsentierte.

HOMME PLISSÉ ISSEY MIYAKE

Für Issey Miyake Homme Plissé markierte der Auftritt in Florenz 2025 auch den Beginn eines neuen Kapitels in der noch verhältnismäßig jungen Markengeschichte. Die Szenografie wurde von Andrea Faraguna und Michael Kleine entworfen. Sie ließen sich von der ruhigen Schönheit der Villa inspirieren – ihrer historischen toskanischen Architektur und den seit Jahrhunderten gepflegten Renaissance-Gärten aus dem 16. Jahrhundert.

Die Choreographie war mehr Schwebezustand als Runway: Es waren keine Models, sondern Performer, die sich durch die Räume von Villa und Garten bewegten. Sie tanzten nicht, sie lebten die Kleidung. Die Bewegungen erzählten keine Geschichte, sie waren selbst der Sinn. Es war eine stille, respektvolle Inszenierung. Kein Spektakel. Sondern ein Innehalten.

HOMME PLISSÉ ISSEY MIYAKE

Das hybrides Format aus Ausstellung und Performance. Es gewährte Einblick in den kreativen Prozess, zeigte Studien, Materialexperimente, und die Transformation von Idee zu Kleidungsstück. In den Renaissance-Gärten der Villa, zwischen Pinien und Skulpturen, waren Prototypen, Plissee-Reliefs und geologische Fundstücke ausgestellt – ein Dialog zwischen Natur, Stoff und Mensch, wie sie elemantar für die Miyake-Mode ist.

 

Ästhetik mit Funktion vereint

Einzelne Pieces sind geprägt von Farben aus der üppigen Natur und dem volkstümlichen Charakter italienischer Städte und kombinieren sie mit neuen Ideen und vertrauten Elementen. Die Palette reicht von intensivem Morgenrot in vielfältigen Schattierungen über stimmungsvolle Herbstfarben sowie abstrakte Grün- und Gelbtöne.

Leinenartige Jersey-Stoffen treffen auf lang geschnittene, kragenlosen „Tailored Pleats“-Zweireiher-Sakkos der Carrier Carried“-Serie. Sie ist inspiriert von der Idee des Transports und vom Erreichen neuer Orte inspiriert – philosophisch verspielt und praktisch zugleich. Nach dem Tragen lassen sich die edlen Pieces ganz einfach in oder besser zu einem Kleidersack falten.

HOMME PLISSÉ ISSEY MIYAKE

Mit anderen Kollektion wie jüngst “Lithology: The Curious Stones” wird Kleidung als geologische Erkundung in den Fokus gerückt. Inspiriert von der rauen Schönheit von Steinen entstehen auch so Looks, die über bloße Stoffe und Formen hinaus gehen und dabei eine tiefe Meditation über die Kunstfertigkeit der Natur schaffen.

Diese einfachen, aber funktionalen Stücke demonstrieren Homme Plissés meisterhafte Formgebung mit Schwerpunkt auf klaren Linien und mehreren Taschen, die sowohl Zweckmäßigkeit als auch Stil betonen.

HOMME PLISSÉ ISSEY MIYAKE

Issey Miyake war nie bloß Designer. Er war ein Suchender. 1938 in Hiroshima geboren, überlebte er den Atombombenabwurf. Diese Erfahrung prägte ihn – und sein Schaffen. Nach Studienjahren in Tokio, Paris und New York entwickelte er einen humanistischen Zugang zur Mode: Kleidung sollte keine Rüstung, kein Statussymbol, sondern Werkzeug sein – für Bewegung, Ausdruck, Selbstbestimmung.

 

Zukunftswerkstatt sanfter Mode

Seine vielleicht radikalste Idee: „Ein Stück Stoff“ – A Piece of Cloth. Inspiriert vom Kimono entwarf Miyake Mode, die sich dem Körper nicht aufzwingt, sondern ihn umhüllt. Statt Schnitte zu konstruieren, ließ er Stoffe sprechen. Es war der Beginn einer neuen Sprache in der Mode – eine, die mit jeder Falte Sinn erzeugt.

HOMME PLISSÉ ISSEY MIYAKE

Miyake ist 2022 verstorben. Und doch wirkt sein Denken lebendig – vielleicht sogar klarer als je zuvor. Das Designteam unter der kreativen Leitung von Satoshi Kondo führt die Hoimme-Plissée-Linie konsequent fort. Nicht, indem sie Miyake imitieren, sondern indem sie seine Fragen weiterstellen: Was ist Kleidung in einer sich wandelnden Welt? Wie kann Stoff Bewegung ermöglichen – physisch, sozial, emotional.

HOMME PLISSÉ ISSEY MIYAKE

Homme Plissé ist dabei keine Retrospektive, sondern eine Zukunftswerkstatt bleiben. In einer Zeit, in der Männermode entweder in Uniformen erstarrt oder in Exzessen verglüht, bietet sie eine dritte Möglichkeit: radikale Sanftheit. Kleidung, die sich dem Menschen anpasst, nicht umgekehrt, die weniger Trend, mehr Haltung. Eine, die Leichtigkeit nicht mit Belanglosigkeit verwechselt. Die Funktion nicht als Feind der Ästhetik versteht. Und die Bewegung nicht nur erlaubt, sondern feiert.

Die gesamte Kollektion kannst du dir auf der offiziellen Website ansehen

 

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Last Updated on September 25, 2025 by Editorial Team

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