Von einzigartigem Terroir und Perfektion im Glas

Weingut Schmidt

Das Hauptgebäude des Weinguts Schmidt bringt die naturverbundenen Werte der Gründerfamilie deutlich zum Ausdruck. Das markante, vom traditionellen Landwirtschaftsgebäude inspirierte Haus auf der Anhöhe besteht fast ausschließlich aus Holz und ist umgeben von Reihen über Reihen der Weinreben, die das Familiengeschäft der Schmidts seit Generationen begründen.

Von der Terrasse der Weinbar aus eröffnet sich ein Weitblick über den Bodensee bis zu den Alpen in der Ferne, während der Wein, der auf eben diesem Land gewachsen und gereift ist, im fortwährenden Gleichklang ausgeschenkt und genüsslich getrunken wird. Doch geht die Geschichte der Schmidts weit über ein Anwesen hinaus, an dem Architektur und Umgebung eine perfekte Verbindung eingehen oder wo der vor Ort angebaute Wein verkostet wird. Sie geht sprichwörtlich tiefer.

Weingut Schmidt
Foto von Weingut Schmidt

Am Bodensee haben wir eine ganz besondere Situation”, erklärt Sebastian Schmidt, einer der Söhne der Familie, der mit seinem Vater einen Großteil der Weinherstellung leitet. “Es gibt in Deutschland keine andere Region mit der gleichen geologischen Beschaffenheit. Sie müssen sich vorstellen, dass der ganze Boden, auf dem Sie stehen, eigentlich von den Alpen kommt.”

Dabei bezieht sich Schmidt auf eine Gletschermoräne, also das Gestein und die Sedimente, die sich hier während der letzten Eiszeit abgelagert haben und denen der Boden seine einzigartige Zusammensetzung aus fein gemahlenem Kalkstein, Sandstein und Granit zu verdanken hat. Dieses Terroir ist es, das die Weine der Familie Schmidt so ausdrucksstark macht und insbesondere den Burgunderweinen eine mineralische Note verleiht, die in Weinen der Pinot-Rebsorten selten vorkommt.

Die Traube, wenn sie perfekt ist, entscheidet oft selbst, wann sie ins Glas will

Natürlich reicht gute Erde allein nicht aus. Die perfekte Traube entsteht in einem Prozess aus höchster Sorgfalt, Fleiß und Geduld. “Weinreben erfordern eine intensive Pflege”, führt Schmidt aus. “Man muss das ganze Jahr über viel arbeiten und ist fast kontinuierlich draußen tätig, um die perfekte Traube von Hand ernten zu können.” Ob es darum geht, sicherzustellen, dass die Reben in die richtige Richtung und im richtigen Spalier wachsen oder um Schnittmaßnahmen, damit gleichmäßige Belüftung möglich ist, der Großteil der Schmidtschen Weinherstellungsgeschichte findet persönlich und in praktischer Handarbeit auf den Feldern statt. “Wenn die Trauben es durch die Presse und ins Fass geschafft haben”, meint Schmidt, “ist es für mich nur noch eine Sache der Geduld, weil die Traube, wenn sie perfekt ist, oft selbst entscheidet, wann sie ins Glas will.

Foto von Weingut Schmidt

Obwohl sie sich dem Boden und den natürlichen Prozessen so verbunden und verpflichtet fühlen, versehen die Schmidts ihre Weine absichtlich nicht mit dem Bio- oder Demeter-Siegel, mit dem viele andere Winzer ihre Flaschen aufwerten. “Ich möchte so viel vom Terroir ins Glas bringen wie möglich, daher ist es für mich selbstverständlich, für meinen Boden auf eine naturnahe und ökologische Weise zu sorgen und das Erdreich mit allen notwendigen Organismen vollkommen gesund zu erhalten”, sagt Schmidt, dem es lieber ist, wenn die Leute kommen und sich ansehen, wie sein Wein auf natürliche Weise hergestellt wird, als wenn sie blind einem Siegel vertrauen.  

Zur Mittagszeit duftet der gesamte Hof nach frisch gebackenem Brot

In der Weinbar, ordentlich in Holzfächern arrangiert, präsentieren sich die Weinflaschen mit ihren leuchtend blauen Kapseln und dem von Großvater Schmidt selbst entworfenen Logo, das den Herstellungsprozess des Weins von der Rebe zur Flasche darstellt. Auf dem obersten Regal werden die Obstbrände angeboten, deren Destillat-Sortiment die Söhne gerade um ihr eigenes Projekt, den “VollKorn” aus bestem Getreide der Region, ergänzt haben.

Wie alles andere in diesem Familienunternehmen ist auch der VollKorn von einer Tradition inspiriert, nämlich dem selbstgebackenen Brot der Mutter, von dessen Geschmack sich Gäste im angeschlossenen Restaurant Rädle überzeugen können. Das hauseigene Rezept wird seit Generationen innerhalb der Familie weitergegeben. “Zur Mittagszeit duftet der gesamte Hof nach frisch gebackenem Brot”, schwärmt Schmidt. “Und dieser geliebte Duft inspirierte meinen Bruder und mich dazu, einen Korn zu schaffen, der dieses großartige Aroma einfängt.”    

Foto von Weingut Schmidt

Was die Zukunft des Familienunternehmens angeht, so freut sich Sebastian Schmidt darauf, endlich die Früchte seiner Arbeit zu genießen und mehr Zeit mit seinem eigenen Sohn zu verbringen, vielleicht der nächsten Generation eines Unternehmens, das innig mit dem Boden, den Reben und – am allerwichtigsten – der Familie verwurzelt ist.

 

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Text: Feride Yalav-Heckeroth
Fotos: Weingut Schmidt

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