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Formafantasma – Künstler im Fokus
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Formafantasma – Künstler im Fokus

Kann Design unsere Beziehung zur Welt verändern? Formafantasma beweist, dass dies möglich ist.

Die Italiener Andrea Trimarchi und Simone Farresin schaffen mit Wert geladene Werke in einem weiten Spektrum von Produktdesign, über räumliches Design bis hin zur strategischen Planung und Designberatung. Damit entfernen sie sich von dem für modernes Design typischen, ästhetischen Kühlen. Nach ihrem Abschluss an der Design Academy Eindhoven im Jahr 2009 gründeten die beiden das Formafantasma-Studio in Amsterdam. Durch ihre holistische Herangehensweise an das Design zeigen ihre Projekte die Möglichkeit einer bewussteren Wertschätzung unserer Umwelt und stellen die Unterscheidung zwischen Natürlichem und Konstruiertem in Frage. In der Welt von Formafantasma ist Design nicht nur ein zu bewunderndes Objekt, sondern eine Handlung mit sozialen und politischen Auswirkungen. Nach zehn Jahren des Erforschens und Erkundens wurde das Duo mit THE DESIGN PRIZE in der Kategorie „Experimentation“ belohnt.

Der kreative Workspace von Formafantasma in Amsterdam. | Foto: Renée de Groot

Formafantasma steht für eine Versöhnung, eine Vereinigung von Handwerk und Industrie, Objekt und Benutzer, und Tradition und lokaler Kultur. Andrea und Simone, die jetzt die Designabteilung in Eindhoven leiten, setzen sich für diese Prinzipien in der Bildung ein und führen Methoden in Geo-Design ein, die über die Grenzen des unterteilten Wissens hinausgehen. Ihre jüngste Zusammenarbeit mit Rado zeigt, dass sie alles, was außerhalb des Objekts existiert, genau beobachten, in diesem Fall die Materialien und sogar die Zeit selbst. Einem Projekt von Formafantasma zu begegnen bedeutet, sich seiner Position in der Welt bewusst zu werden und durch Design einen neuen Bereich außergewöhnlicher und radikaler Möglichkeiten zu erkennen.

Ore Streams Formafantasma
Ore Streams: Der Designansatz für das Recycling von Elektronikschrott.

Wie wichtig sind Materialien für Ihre Arbeit als Designer?

Extrem wichtig. Wir beginnen häufig mit dem Material, weil wir glauben, dass sich beim Erkunden von Materialien viele Möglichkeiten eröffnen – viel mehr, als wenn man etwa mit der Form beginnt. Viele unserer besten Arbeiten sind intensive Materialstudien.

Exhibition Cambio at Serpentine Gallery in London
Ausstellung Cambio in der Serpentine Gallery in London.

Verraten Sie uns einige Ihrer Lieblingsprodukte, die Sie bislang designt haben – Schlüsselprojekte Ihrer Arbeit:

Cambio, unsere Ausstellung in der Londoner Serpentine Gallery, ist sicher ein sehr wichtiges Werk. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt, das die Arbeiten von Wissenschaftlern, Designern, Aktivisten, Philosophen und Forschern umfasst, und mit dem wir unseren Holzverbrauch und die ökologischen Auswirkungen von Design kritisch hinterfragen möchten.

Ore Streams ist ähnlich ambitioniert. Hier beleuchten wir die Problematik von Elektroschrott-Recycling und inwiefern Design für dieses Problem Lösungen liefern oder es verbessern kann.

Welches Verhältnis haben Sie zur Zeit/zu Uhren?

Wir sind äusserst fasziniert von dem Begriff der Zeit, vor allem davon, wie unterschiedlich Menschen ihren Verlauf wahrnehmen sowie von Zeit auf einer eher erdgeschichtlichen oder sogar planetarischen Ebene. Wir haben schon früher Uhren designt, die diese Ideen widerspiegeln. Bei einem Projekt haben wir Sand vom Vulkan Ätna verwendet, ein anderes Mal haben wir die natürliche Maserung von Marmor dafür genutzt, den Verlauf der Zeit anzuzeigen.

Rado True Square Formafantasma
Foto: Rado

Woher stammt Ihre Inspiration/Idee für das Design der True Square Formafantasma?

Die Idee lieferte das Material selbst, die Keramik. Wir wollten eine Uhr kreieren, die die Qualitäten dieses Materials und seiner Verwendung in der Uhrmacherkunst hervorhebt. Wir haben so gut wie möglich versucht, eine Sprache zu entwickeln, die die Keramik hervorhebt und sie als das verwendet, was sie ist. Wir wollten keine Keramik, die aussieht wie Metall oder irgendein anderes Material – wir wollten sie praktisch ‚nackt‘ verwenden. Die Uhr erinnert mit ihrer Form auch an Taschenuhren, deren Deckel oft mit einer kleinen Öffnung versehen ist, für einen schnellen Blick auf die Uhrzeit.

Was ist Ihre Designphilosophie, und wie haben Sie sie in der True Square zum Ausdruck gebracht?

Unsere Design-Philosophie lässt sich schwer in ein paar Worte fassen, aber einfach gesagt, fordern wir immer gern Klischees heraus. In diesem Fall waren wir an der Uhr als Werkzeug interessiert, nicht als Status- oder Luxussymbol. Die Uhr, die wir designt haben, ist sehr schlicht, fast nackt. Wir wollten etwas machen, das in seiner Schlichheit geradezu radikal ist.

 

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Worte: Sara Foster

Fotos: Formafantasma, Rado

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