Ein Wochenende in Zürich

Zürich ist die Schweizer Stadt, in der die weltweit berühmten Schweizer Uhren vielleicht noch am schnellsten ticken. Die Stadt ist nicht nur eine Durchgangsstation, um in die nahegelegenen Alpen zu gelangen, sondern beeindruckt mit kulinarischer, architektonischer und kultureller Vielfalt, was sie zur idealen Destination für einen Kurzurlaub macht. 

Der allseits bekannte Zürichsee, an welchen sich die Schweizer Metropole sanft anschmiegt, ist das Herzstück und Grund für viele, hier zu leben. Tief und würdevoll reicht er bis an die Ufer der Siedlungen, die sich schrittweise zu einer Weltstadt mit internationalem Flair ausweiten. 

Mit der über die Landesgrenzen hinaus bekannten Universität, deren Studierende des Nachts gern durch kleine Gassen streifen, um in einen der unerwartet progressiven Clubs zu gelangen, ist Zürich eine junge Stadt. Als Geburtsstätte des Dadaismus und Heimat des legendären Clubs Cabaret Voltaire, der schon während des ersten Weltkrieges als Schnittstelle für Intellektuelle und KünstlerInnen Bekanntheit erlangte, ist Zürich bis heute herausragend in den Bereichen Kunst und Kultur. Zu jeder Zeit finden sich zahllose Ausstellungen und Architekturrundgänge von der Romantik über den Historismus bis hin zu modernsten Bauweisen. Obenauf kommen die Freundlichkeit und Ruhe der Schweizer, die jedem Besuchenden einen möglichst guten Eindruck ihrer Interpretation von Weltstadt, die mit Größe nichts zu tun haben muss, erfolgreich nahebringen.

Zürich ist perfekt für einen Kurztrip mit künstlerischem Anspruch auf höchstem Niveau und in zufriedener Gelassenheit. Einzig die Reisekasse sollte gut bestückt sein. Aber das, was dafür geboten wird, ist es allemal wert. 

 

FOOD

Foto: Daizy

Daizy

Räffelstrasse 28

Im Herzen von Zürichs urbanem Binz-Quartier findet sich das blumig gemütliche Daizy, zu dem ein großzügiger Garten, in den die Abendsonne scheint, gehört. Neben der beeindruckenden Showküche im Freien können hier auch private Feste mit eigenem Catering gefeiert werden. Es gibt täglich eine kleine Auswahl frisch zubereiteter Gerichte auf der Mittagskarte. Das Dinner wird in einer Art Sharing-Concept gereicht. Auf der Karte fusionieren typisch europäische Gerichte mit Einflüssen aus dem Nahen und Fernen Osten. Der Fokus liegt dabei auf vegetarischen Köstlichkeiten und selbstgemachten Getränken.

Unbedingt an einem Donnerstag hingehen, da hier wöchentlich der beliebte Daizy Market stattfindet. Es gibt allerlei Hausgemachtes aus der Küche, Blumen aus dem eigenen Atelier sowie besonderes Interieur zum Verlieben und mit nach Hause nehmen.

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Foto: Bei Babette

Bei Babette

Bertastrasse 16

Wer meint, dass Bei Babette lediglich eine kleine Creperie ist, der irrt. Wegen der großen Auswahl zieht es die Züricher für einen ausgedehnten Brunch regelmäßig hierher. Das Mehl wird ganz im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit und im Bewusstsein für soziale Verantwortung aus einer Mühle aus dem Puschlav-Tal bezogen. Der Lachs kommt aus Misox und auch alles andere ist, sofern möglich, extra frisch und aus der Umgebung. Und so schmeckt es auch. Ohne Frage, ein modernes Bistro mit Zukunftsvision. Französisches Ambiente und entspannte Bedienung inklusive.

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Foto: Brenan Greene

Café Lang

Am Limmatplatz 7 

Von außen ein industrielles Gebäude mit großen Fenstern, lässt man sich im Innenbereich auf dunklen Bugholzstühlen um runde Kaffeehaustische nieder. Scheinbar unendlich viele Tageszeitungen aus aller Welt hängen griffbereit entlang der Wände und der Duft frischen Kaffees belebt den Raum – wir sind im Café Lang. Ein Ort, der in seiner Art nie aus der Mode kommen wird. Die Atmosphäre ist modern und zugleich klassisch. Obwohl viele Gäste hier Platz finden, bietet er dennoch jedem genug Raum. Wer in guter Gesellschaft einen Abend bei Cocktails und einem leichten Dinner oder einen Sonntagnachmittag mit sich selbst und einem Cappuccino verbringen möchte, ist in dieser gediegenen und einladenden Location genau richtig. 

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DRINKS

Zürich
Foto: Kronenhalle Bar

Kronenhalle

Rämistrasse 4

Die Kronenhalle ist mit ihrer umfangreichen Kunstsammlung, einzigartigen Geschichte, elegant klassischen Einrichtung und Gastlichkeit ein Ort besonderer Inspiration. Die persönliche Bildersammlung von Gustav Zumsteg schenkt der Kronenhalle ihre außergewöhnliche Kulisse. Hier finden sich unter anderem Werke von Chagall, Mirò, Braque, Matisse. Eingeweiht 1924 als Bar und Restaurant, wurde sie bald zum Treffpunkt vieler Künstler und Literaten. Persönlichkeiten wie Coco Chanel, Yves Saint Laurent, Picasso und Giacometti gehörten zu den Gästen. Aber auch Max Frisch und Richard Strauss. Die Gerichte sind von bester Qualität. Feinste Hausmannskost unterstreicht die bodenständige Ehrwürdigkeit, die sicher auch die Großen ihrer Zeit an diesem Ort zu schätzen wussten und die bis heute Gäste aus aller Welt anzieht. Dank treuer Mitarbeiter und ihrer Liebe zum Gast lebt in der Kronenhalle der Flair einer guten alten Zeit.

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Foto: Old Crow

Old Crow

Schwanengasse 4

In der Nähe des Flusses Limmat betreiben Markus Blattner und Jvan Paszti, die wahrscheinlich bekanntesten Gesichter der Züricher Barszene, eine der besten Bars Europas, das Old Crow. Insbesondere Whisky-Freunde sollten in die an die Prohibitionszeit angelehnte Bar einen Abstecher wagen. Schon der Blick auf die Wand hinter dem Tresen, an der sich vom Boden bis zur Decke die erlesensten Sorten Whisky, Bourbon und Ryes stapeln, lässt Feinschmecker ins Träumen geraten. 

Neben klassischen Cocktails haben sich die zwei Schwergewichte auf vergessene Rezepturen und eigene Kreationen wie den „Downtown Switzerland” spezialisiert. Ein Mix aus Campari, italienischem Wermut, Zynar, Amarenakirsche und Champagner. Und wenn es das Wetter zulässt, genießt man seinen Drink am besten draußen im luftigen Biergarten.

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Zürich
Foto: Adam Jaime

Bar Sacchi

Bertastrasse 1 

Bevor es in das weithin berüchtigte Züricher Nachtleben rings um die Langstrasse geht, empfiehlt es sich, einen Aperitivo in der hippen Bar Sacchi einzunehmen. An edlen, farbig durchzogenen Marmortischen, die vor dunkelgrünen Ledersofas stehen, lässt sich ein belebender Negroni aus der Getränke-Pistole, ein Pisco Sour oder ein frischer Spritzer gleich doppelt genießen. So inspirierend wie die Einrichtung ist auch der Inhaber. Claudio Sacchi serviert noch selbst Drinks und italienische Köstlichkeiten und verbindet damit seine Liebe zu guten Getränken, gutem Essen und guten Gesprächen mit seinen Gästen.

Besonderes Augenmerk liegt hier auf dem Naturwein Rosacchi, der aus eigener Herstellung kommt und Claudios ganzer Stolz ist; zu Recht, finden wir.

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ART

Installation view, ‘Rita Ackermann. Mama ‘20’, Hauser & Wirth Zürich, until 18 December © Rita Ackermann. Courtesy the artist and Hauser & Wirth. Photo: Jon Etter

Hauser & Wirth 

Limmatstrasse 270

Ein Name, der Weltruhm hat. Mit Zürich fing 1992 alles an, als Iwan Wirth, Manuela Wirth und Ursula Hauser auszogen, um Kunst, Bildung und Nachhaltigkeit in diesem außergewöhnlichen Familienunternehmen global zu fördern und erlebbar zu machen. 

Heute findet man Dependancen unter anderem in London, New York, Los Angeles, St. Moritz und Hong Kong. Dabei geht es bei Hauser und Wirth keineswegs um Quantität, sondern darum, dass Qualität in ihren Galerien eine Heimat findet. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Ausstellungen von Matthew Day Jackson und Rita Ackermann. Wer Kunst liebt, sollte auf einen Besuch bei Hauser und Wirth auf keinen Fall verzichten.

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Zürich
Installation view, Joe Bradley: Sub Ek, Galerie Eva Presenhuber, Waldmannstrasse, Zürich, 2020 © Joe Bradley Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber, Zürich / New York, Foto: Stefan Altenburger Photography, Züurich

Galerie Eva Presenhuber

Waldmanstrasse 6

Das Zürich Art Weekend gab für Eva Presenhuber und ihre gleichnamige Galerie den Startschuss für eine Ausstellung der Sonderklasse. Joe Bradley, bekannt für seine Technik, Bilder von Bildern zu malen, präsentiert erstmalig eine für ihn vollständig neue und eigens entwickelte visuelle Sprache. In Bradleys Arbeiten herrscht die Nacht und eine blauschwarze Dunkelheit erfasst den Betrachter. Dabei wirken seine Werke beinah kindlich bis psychedelisch gefährlich. Im Zusammenspiel mit den warmen Räumlichkeiten, den hellen Fischgrat-Holzdielen und den glatt-weißen Wänden der Galerie entsteht ein Spiel aus Diskrepanz und Einheit. So auch das Thema von Bradleys Arbeiten: Gesamtheit, Nicht-Dualität und Spiritualität. Amen.

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Old Masters Photo © Franca Candrian, Kunsthaus Zürich

Kunsthaus Zürich

Heimplatz 1

Die Ausstellung Remembering the Future im Kunsthaus Zürich zeigt diesen Herbst Skulpturen, Fotografien, Videos und Installationen von Kader Attia. Der algerisch-französische Künstler, erstmals mit einer Ausstellung im deutschsprachigen Raum vertreten, befasst sich mit dem hochaktuellen Thema zur gesellschaftlichen Verantwortung in Bezug auf die koloniale Vergangenheit Europas. Ein komplexes Thema, welchem er sich gekonnt widmet. 

Das Kunsthaus selbst besitzt eine der renommiertesten Kunstsammlungen der Schweiz, vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart und ist einer der größten Kunstvereine Europas. Wenn auch kein Geheimtipp mehr, so ist es zweifelsohne einen Besuch wert. 

Und was wäre ein Kurztrip nach Zürich ohne das passende Reisegepäck, welches wir hier in einer fein kuratierten Auswahl für euch zusammengestellt haben. 

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Text:
Esther Seibt

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