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Hamburg – Kulinarisches Tor Zur Welt

Hamburg – Kulinarisches Tor Zur Welt

„Hamburg, meine Perle”, wie Einheimische liebevoll sagen. Eine Stadt der Hanse, jener Vereinigung aus dem der 12. Jahrhundert, welche die Kaufleute bei ihren gefährlichen Überfahrten in fremde Länder schützte. Die Stadt der Pfeffersäcke und Großgrundbesitzer, der Liedermacher und Kneipiers, der Portugiesen und Holländer. Und die Stadt der Hamburger, was angeblich erst in zehnter Generation offiziell von sich behaupten werden darf, heißt es.

Sie ist auch die Stadt der unendlich vielen Speicher und des Fischmarktes, die Stadt des Thalia Theaters und der Elbphilharmonie; die Stadt der glitzernden Binnenalster und der Elbchaussee, die Wahlheimat Udo Lindenbergs und noch so vieles mehr. 

Von außen betrachtet, mutet Hamburg gern etwas homogen an. Betrachtet man diese Bündelung eleganter Gründerzeitvillen und Zweckbauten im Backsteingewand aber genauer, so ist ihre Vielfalt wahrhaftig einnehmend. Auf der einen Seite ist die Stadt wohlhabend, kulturell hochwertig, historisch, grün und absolut lebenswert. Mit ihren ehrwürdigen Hotels und der malerischen Milchstraße, dem eleganten Neuen Wall, den bezaubernden Fleeten in und um Winterhude und dem gigantischen Überseehafen, mit Schiffen groß wie Hochhäusern, überzeugte sie schon viele von ihrer Einzigartigkeit. 

Zeitgleich ist Hamburg bunt, wild, aufrührerisch und alternativ. Gern kracht es an der Roten Flora im Schanzenviertel oder es wird laut gefeiert beim Portugiesen. Auf dem Fischmarkt wird sein eigenes Wort kaum verstanden und auf St. Pauli wird die Nacht zum Tag gemacht. Hamburg hat für jeden etwas zu bieten und viele kommen jahrein, jahraus, um ein wenig dieses besonderen Flairs erleben zu können. 

Dass sich hier im Laufe der Jahre eine breit aufgestellte gastronomische Szene mit Geschmäckern aus aller Herren Länder und höchsten Ansprüchen gebildet hat, scheint fast unabdingbar. Aber auch kleine Eckkneipen und besondere gastronomische Etablissements sind keine Seltenheit. Man muss nur wissen, wo man sie findet. Denn wenn Hamburg eines mit Sicherheit nicht ist, dann ist das aufdringlich. Die Hamburger wissen, was sie haben. Sie genießen und schweigen und es reicht zu wissen, weswegen sie ihre Perle Hamburg so sehr lieben.

Um einen kleinen Einblick zu bekommen, haben wir uns auf die Suche nach dem kulinarischen Hamburg gemacht, das so breit gefächert ist wie die Stadt selbst – und sind fündig geworden.

Hamburg
Foto: Michael Holz | Fischereihafen Restaurant

Fischereihafen Restaurant

Große Elbstraße 143

Was wäre Hamburg ohne seinen Fisch! Im Fischereihafen Restaurant kann dieser entweder in der beliebten Austernbar oder auf der sonnigen Außenterrasse bei herrlichem Weitblick über das Wasser genossen werden. Während beeindruckende Schiffe ein- und auslaufen, werden Sushi, Austern, Fisch- und Meeresfrüchte-Gerichte hier stilecht serviert. Fischliebhabende aus aller Welt kommen in eine liebevolle Gastronomie, die seit jeher in Familienhand ist. 

Wenn auch kein Geheimtipp mehr, so ist es dennoch eine Erwähnung wert, denn so guten Fisch bekommt man nicht alle Tage. Besonders beliebt ist der Mittagstisch, auf dem es heute heißt: Gebratenes Lengfischfilet mit Kartoffel-Sauerkrautpüree und Pommery-Senfsauce. Dazu einen Riesling und im Nachgang eine Panna Cotta mit Amaretto-Kirschen und Mokkaschaum.

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Hamburg
Foto: Vienna

Vienna

Fettstraße 2

Als Ausgangspunkt einer neuen Restaurantszene im Eimsbüttel der 1980er Jahre begann das ehemalige Künstlercafé Vienna seinen Siegeszug. Bekannte Künstler wie Markus Oehlen und Werner Büttner kellnerten hier, stellten aus und halfen beim Umbau. 

Dank seines einzigartigen Ambientes und der ausgezeichneten Speisekarte mit Fusionen aus französischer, deutscher, österreichischer und italienischer Küche ist das Vienna heute nicht mehr nur in Kunstkreisen beliebt, sondern begeistert Feinschmecker aus allen Bereichen und aus aller Welt. Die Karte offeriert Gerichte wie gebackene Parasolpilze mit Remouladensauce, provenzalische Fischsuppe mit Sauce Rouille und Panzerotti mit hausgebeiztem Lachs, Fenchel und Orangen. Das Zitronensorbet mit Wodka hinterher versteht sich fast von selbst, so heißt es doch: „Fisch muss schwimmen”. Nicht verpassen: das zugehörige Gartenlokal. Bei schönem Wetter ist ein Besuch in der Laube ein Muss.

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Hamburg
Foto:  The Table | Kevin Fehling

The Table

Shanghaiallee 15

Sternekoch Kevin Fehling hat mit The Table eine Oase der Ruhe und Eleganz in der modernen Hamburger Hafencity geschaffen. Lange geschwungene Holztische im edlen 70er Jahre Design ziehen sich durch den stilvoll gestalteten Raum. Die farbliche Harmonie und Leichtigkeit des hochwertigen Interieurs versprühen Luxus und Extravaganz in dezentem Hamburger Stil. Die Küche zeichnet sich durch wahre Handwerkskunst und höchste Qualität aus.

Kulinarische Meisterwerke werden mit Liebe zum Detail gereicht und der Gast steht hier im Mittelpunkt des Geschehens. Ein Restaurant, so ausgewogen, einladend und elegant; ein absolutes Muss für Genießer mit besonderen Ansprüchen. Ein Augenmerk legen wir auf den Gurkensalat mit weißer Schokolade, Buttermilch, Apfel und Dill. Ein geschmackliches Experiment, das man nicht mehr missen möchte.

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Hamburg
Foto: Mexikostrasse Taqueria

Mexiko Strasse Taqueria

Detlev-Bremer-Straße 43

Wenn Hamburger Contenance auf mexikanische Heißblütigkeit trifft, kann etwas ganz Besonderes entstehen, wie wir bereits in unserem Interview mit dem Gastronomen Miguel Zaldívar erfuhren. Der Mexikaner ist Koch aus Leidenschaft und der Besitzer dieser kleinen Enklave der Genussfreude und der mexikanischen Köstlichkeiten.

Alles in der Mexiko Strasse Taqueria sprüht vor Lebensfreude: Das Interieur, die Fliesen, die farbenfroh besprühten Wände, die Teller und die Art, wie gegessen wird: Gäste werden angehalten, mit den Fingern zu essen und die Gerichte zu teilen. Die Musik ist lauter als üblich und am Nebentisch hört man häufig Spanisch. Mit Kombinationen aus getreide-basierter Chorizo, Austernpilzen und Chile-Ancho Crumble eröffnet Miguel neue kulinarische Perspektiven für die mexikanische Küche. Veganer werden hier genauso fündig wie Flexitarier. Ein Stück Mexiko mitten in Hamburg, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden.

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Hamburg
Foto: Yoshi im Alsterhaus

Yoshi

Jungfernstieg 16-20

Empfohlen vom Guide MICHELIN ist das japanische Kaiseki-Restaurant Yoshi sicherlich eine der ersten Adressen in Hamburg für Sushi. Kaiseki steht für „gemeinsamen Genuss” und YO SHI für „hohes Ziel”. Beides wurde hier bestens umgesetzt. Das hoch oben im berühmten Alsterhaus gelegene Restaurant ist modern japanisch eingerichtet, was von den zahllosen Orchideen elegant unterstrichen wird. Die luftige Außenterrasse lädt an schönen Abenden zum gemeinsamen Schwelgen ein. Und bei einer Auswahl zahlloser Variationen von Sushi, Sashimi und warmen Gerichten ist Genuss keine Frage des Gaumens mehr, sondern eine Frage, ob es ins Yoshi geht – oder nicht. 

Wer nicht selber auswählen will, dem empfehlen wir eines der gekonnt aufeinander abgestimmten vier bis neun Gänge Erlebnis-Menüs zu probieren. Staunen inklusive.

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Hamburg
Foto: Brian’s Steak & Lobster

Brian’s Steak & Lobster

Milchstraße 25

Bei Brian’s Steak und Lobster Hamburg kann man für einen kurzen Moment die Welt vergessen. Das Restaurant im Strandhausstil entführt seine Gäste in einen wilden skandinavischen Traum. Natürliche Materialien, die Farben der Nordsee und – wie er sich selbst nennt – ein verrückter dänischer Koch, der die wildesten kulinarischen Kombinationen kreiert. Der ehemalige Surfer und Fotograf hat sich sein Zuhause fernab der Heimat geschaffen. Er sorgt dafür, dass alle seine Gäste das berühmte dänische Hygge spüren.

Die Auswahl ist enorm und bietet jedem Gaumen Zufriedenheit. Besondere Aufmerksamkeit muss Brians Lieblingsgericht gewidmet werden, dem Surf & Turf Burger. Alles kommt direkt aus dem speziell importierten spanischen Josper-Ofen, einer Fusion aus Grill und Ofen. Und wenn die Tage dunkler werden und der Wind stärker weht, wie wäre es dann mit einer Bestellung? Für größere Gruppen empfiehlt sich das Catering auf wilde skandinavische Art. Uns fällt kein Grund ein, das Brian’s nicht zu probieren. Wer könnte heutzutage nicht ein bisschen mehr Hygge gebrauchen?!

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Text:
Esther Seibt

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