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München Restaurant Guide: Tradition neu interpretiert

München Restaurant Guide: Tradition neu interpretiert

München: Klassisch, traditionell und das größte Volksfest der Welt. So kennen es viele, so lieben es viele und auch deswegen wurde es über die Jahrzehnte zu einem Touristenmagnet für Besuchende aus aller Herren Länder. Sie kamen, um den Marienplatz zu bestaunen, durch den Englischen Garten zu spazieren, eine Aufführung in der Bayerischen Staatsoper oder den Münchner Kammerspielen zu sehen und eine Maß im Augustiner zu trinken. Vor allem aber kamen sie, um auf dem Oktoberfest voll ausgestattet in Dirndl und Lederhosen in die bayerische Lebensart einzutauchen.

Seit diesem Jahr ist alles anders. Die Wiesn findet nicht statt und mit reduzierten Besucherströmen erfährt München, wie so viele andere Touristenmetropolen auch, eine spürbare Veränderung der Innenstadt. Wo sonst die Biergärten und Einkaufsstraßen in den warmen Sommermonaten beinah überfüllt mit Besuchenden waren, findet man heute vor allem die Münchner selbst.

Ein Grund mehr für uns, dem Zauber und den Besonderheiten dieser Stadt unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Inbesondere die Neuinterpretationen und damit einhergehende Evolution der traditionellen Küche ist bemerkenswert und lädt ein, dem herzlichen München mal wieder einen Besuch abzustatten. Getreu dem Motto: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.” Vor allem, wenn das Gute immer wieder besser wird. 

Wir haben uns auf die Suche nach dem neuen alten München und seinen Akteuren gemacht, fanden bemerkenswerte Neuauflagen der klassisch bayerischen Küche und mussten feststellen, dass Vans und Dirndl die neue Tracht mit Nachahmungsempfehlung sind. Willkommen im kulinarischen München 2020, wo die Freude an wiederentdeckter Tradition erstaunlichen Zeitgeist zutage bringt.

München
Foto: XAVER’S

XAVER’S

Rumfordstraße 35

Drei Geschwister, die sich einst aufmachten, die Welt zu sehen, sind das Herz des von ihnen 2018 neu eröffneten XAVER’S. Hier verbinden sie ihre Freude an den Traditionen ihrer bayerischen Heimat, den Wunsch nach Weiterentwicklung und ihre Liebe zur Gemeinschaft. Obwohl sie bereits in vierter Generation Gastwirte sind und vieles Althergebrachte beibehalten, so schaffen sie mit dem XAVER’S dennoch einen Sprung in die moderne Gastronomie. In einer Seitengasse des Viktualienmarktes gelegen, kommt das Restaurant zeitgemäß, klar und schlicht daher.

Auf der Karte finden sich bekannte Gerichte – neu interpretiert – und spannende vegetarische Köstlichkeiten. Aber auch die Klassiker sind vertreten. Neben Weißbier und Coca-Cola gibt es einen Basilikum-Spritz und Hopfen-Limo. Zum Dirndl trägt man hier Vans und als wäre das nicht genug: Das Restaurant bezieht seine Produkte aus der Umgebung und ist dabei vollkommen transparent.

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München
Foto: das Bad

das Bad

Bavariaring 5

Am Nordende der berühmten Theresienwiese steht das 1894 erbaute und denkmalgeschützte Tröpferlbad. Die ehemalige Waschanstalt, welche 2018 von keinem Geringeren als dem Architekten Daniel Hildmann zum „kleinsten Gasthaus Münchens” umgebaut wurde, zeigt sich nicht nur in neuem Gewand, sondern erfreut sich unter dem Namen das Bad auch größter Beliebtheit bei seinen Gästen.

Vom verglasten Kuppeldach fällt das Licht in den achteckigen Bau. Der große Messingabzug für die Schaubäckerei prangt ehrfurchtsvoll in der Mitte. Davor die einladende Freischankfläche mit Blick auf die Bavaria. Gereicht wird hier zünftig bayerische Küche, sommers wie winters. Besonders stolz ist man auf die eigens kreierten Bratwurst-Varianten aus München und Oberbayern. Und wer nach vegetarischen Alternativen sucht, findet allerlei Frisches und Gesundes, wie die Rahmschwammerl oder den Ziegenkäse-Salat.

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Foto: Ayinger in der Au

Ayinger in der Au

Mariahilfplatz 4

Das Ayinger in der Au ist ein Wirtshaus, wie es im Buche steht. Auf den langen Tischen stehen Maßkrüge in welchen sich, typisch für die traditionelle Gastronomie, das Besteck befindet. Darüber schweben Hirschgeweihe als Leuchter. Schwere Holzstühle mit Herzloch füllen den Raum. Die hellen Wände zieren zahllose Fotografien und typisch bayerische Wandmalereien. Sieht man genauer hin, fallen glänzend-dunkelgrüne Kacheln und weiß-blaues Emaille-Geschirr ins Auge. Auch die Tische selbst sind weiß und von geradezu puristischer Geradlinigkeit. Elegante Lampen aus gefaltetem Metall erhellen zusätzlich den Raum und erst der Blick auf die Karte offenbart die gelungene Mischung aus Tradition und moderner Gastronomie.

Alle Gerichte sind typisch bayerisch und versehen mit dem gewissen Etwas. Das zart geschmorte Ochsenripperl hat Rosmarinkartoffeln als Beilage, der Saibling wartet mit Zitronen-Kräuterschaum auf und auch die vegetarischen Varianten sind mit dem cremigen Emmer-Korn-Risotto absolut der Rede wert. Wie damals bei Großmutter und doch 2020. So geht traditionell heute.

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München
Foto: Vadim Kretschmer | Kubaschewski Bar

Kubaschewski Bar

Karlsplatz 5

Reden ist Silber, die Kubaschewski Bar ist Gold. Hingehen und staunen, sind hier die Devise. Das bekannte Architekturbüro Dimensiothek hat in der Bar am Stachus ganze Arbeit geleistet. Mosaikwände, kubistische Lampengestelle, alles in Gold gehalten, so auch der Tresen, die Farbe des Lichtes sowie der goldbraune Holzboden, der hier liebevoll und detailverliebt verarbeitet wurde.

Empfohlen wird der klassische Kaiserschmarrn mit Schaumwein; davor ein Assortiment von gebratenen Pilzen und gerösteten Pekannüssen. Zum Abgang etwas Perliges aus „Ilse’s private selection”, eine gesonderte Auflistung von Getränken in Anlehnung an die Vorlieben der früheren Dame des Hauses – Ilse Kubaschewski, eine der erfolgreichsten Filmproduzentinnen Deutschlands. Dass München glamourös kann, weiß man spätestens seit der Kultserie Kir Royale. In der Kubaschewski Bar ist dieser Glamour aktueller denn je. Und das, ohne prätentiös zu wirken. Chin-chin.

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München
Foto: Wirtshaus Maximilian

Wirtshaus Maximilian

Westermühlstraße 32

Das altbayerische und zugleich moderne Wirtshaus liegt im beliebten Glockenbachviertel und erfreut den Besucher mit frischen, guten Speisen zu angenehmen Preisen. Es herrscht eine herzliche Atmosphäre, ohne dabei verstaubt zu wirken. Im Maximilian fühlt man sich sofort verstanden. Die vornehmlich von Südtirol inspirierte Speisekarte ist übersichtlich und bietet alles, was man sich wünschen kann.

Qualitätsbewusstsein wird hier großgeschrieben und die Lieferketten sind bewusst nachvollziehbar gestaltet, auch weil die Macher aus Überzeugung mit lokalen Herstellern und Lieferanten zusammenarbeiten. Saisonale Gerichte gehören zum Repertoire und Wünsche der Gäste werden vom freundlichen Personal immer gern umgesetzt.

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Foto: Feinkost Käfer-Schänke

Feinkost Käfer-Schänke

Prinzregentenstraße 73

Das Käfer-Stammhaus ist eine Institution in der Münchner Gastronomieszene und deutschlandweit bekannt für exzellentes Catering. Das Haus wartet ganzjährig mit 16 unterschiedlich gestalteten Stuben, dem Bistro mit angrenzender Terrasse sowie der Beloved Stube auf. Besonders beliebt ist es als Treffpunkt für Familien- und Firmenfeiern, aber auch Hochzeiten können hier ohne Weiteres ausgerichtet werden.

Ausgezeichnet mit 15 Punkten im Gault & Millau setzen die Inhaber auf formvollendetes Handwerk, Kreativität und Gefühl. Zusätzlich zu einer großen Auswahl an veganen Speisen und feinsten Meeresfrüchten gibt es Klassiker wie Steckerlfisch, Reh aus dem Bayerischen Wald und Bauernente. Wer die bayerisch inspirierte Küche gemütlich zu Hause genießen will, findet im unteren Bereich des Gebäudes den immer frisch und liebevoll bestückten Feinkostladen. 

Und als Wermutstropfen zum abgesagten Oktoberfest, erlaubt die extra Wiesn-Karte einen kleinen emotionalen Ausflug ganz im Sinne des bekannten Ausspruchs: „O’zapft is”.

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Text: Esther Seibt

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